MIKAÎL ASLAN ENSEMBLE
Zazakisch-kurdische Weltmusik aus dem Osten Anatoliens


Mikaîl Aslan  Gesang, Tembur, Gitarre, Saxofon
Cemil Koçgiri  Tembur, Gesang
Nure Dlovani  Geige
Susanne Hirsch  -  Cello
Günter Bozem  -  Perkussion

Geboren wurde Mikaîl in Dersim (Tunceli), 1972, in einer Zeit, in der es in der Türkei offiziell keine Kurden geben durfte. So wuchsen die Kinder in dem Dorf, bestehend aus 4 Gehöften, im Munzur-Gebirge mit Schafen, Ziegen und Bienen, den Geistern, Derwischen und Pire der Gebirge und Partisanen auf. Es gab weder fließendes Wasser noch Strom. Mikail war neun Jahre alt, als die Familie nach Kayseri in Mittelanatolien flüchten musste. Dort besuchte er das Gymnasium, um danach in Malatya an der Universität Mathematik zu studieren. - Seit seiner Kindheit beschäftigte er sich mit der Musik seiner Heimat. Während des Studiums gründete er die 'Grup Munzur', die mit Protestliedern bekannt wurde. Wegen politischer Betätigung wurde er nach zwei Jahren von der Universität verwiesen. Während einer Deutschlandreise 1995 fiel die Entscheidung in Deutschland zu bleiben, da in der Türkei Strafverfolgung wegen 'Singens in einer verbotenen Sprache' drohte.  1999 hat er in Deutschland das Solo-Projekt „Agerayis“ in seiner Muttersprache Zazaki aufgenommen. Um die Musik auch im Konzert spielen zu können, suchte er nach Musikern mit Jazzerfahrung, um seine traditionelle Musik zu erweitern.

Im Februar 2000 wurde das Mikail Aslan Ensemble von Mikail Aslan, Michael Weil und Dieter Schmalzried in Mainz gegründet. Die musikalische Grundlage sind Eigenkompositionen und traditionelle Stücke aus der Heimat von Mikail. Dabei liegen die musikalischen Wurzeln in der kurdischen, armenischen, persischen und türkischen Musikkultur. Die meisten Texte der Musikstücke sind in Mikails Muttersprache Zazaki verfasst, die mit dem Kurdischen und Persischen verwandt ist. Auf der Basis dieser Kompositionen entwickelt das Ensemble in gemeinsamer Arbeit die Verknüpfung der vorderasiatischen Musikkultur mit Elementen aus europäischer Musik, Jazz, Pop und Folk.

Das erste gemeinsame Projekt der Musiker waren "Klänge vom Euphrat", das 2002 in Konzerten in Deutschland präsentiert wurde. 2003 wurde die CD "Kilitê Kou“ veröffentlicht, die ein Dokument der alevitischen Mystik und Kultur aus Mikails Heimat Dersim darstellt. Dazwischen komponierte und spielte das Ensemble die Musik zu zwei Dokumentarfilmen über Anatolien (arte TV / ZDF). Der vorläufige Höhepunkt dieser Arbeit war ein Konzert des Ensembles mit dem Sinfonieorchester des Peter-Cornelius-Konservatoriums Mainz in der Uraufführung der Sinfonie Nr. 5 „Connections“ von Gerhard Fischer-Münster am 20. April 2005. Die Sinfonie ist um das Stück „Flucht des Munzur (Remayise Munzuri)“ von Mikail Aslan komponiert und verbindet traditionelle anatolische und moderne europäische Klänge. Ebenfalls 2005 wurde die dritte Solo-CD „Miraz“ aufgenommen. Im Jahr 2006 wurde das Projekt "Sound of the Tembur" gemeinsam mit der Sängerin Aynur weltweit auf Tour aufgeführt. Die vierte CD "Zernkut" erschien im Jahr 2008. 2009 wurde für den Dokumentarfilm "Kick off" des Regisseurs Hüseyin Tabak, unter dem Produzenten Josef Aichholzer, die Filmmusik komponiert und eingespielt. 2010 erschien die CD "Petage" - Armenische Lieder aus Dersim.

Das Ensemble hatte inzwischen zahlreiche Festivalauftritte und Konzerte, unter anderem auch in Rundfunk und Fernsehen, in Europa, Asien und Nordamerika.



Zu den Mitgliedern des Mikail Aslan Ensembles:

Mikail Aslan (Tembur, Gitarre, Saxofon, Gesang) wurde 1972 in Dersim (Tunceli) geboren. Mit zehn Jahren musste er mit seiner Familie nach Kayseri umsiedeln. Nach Beendigung des Gymnasiums fing er an Mathematik zu studieren. Nach zwei Jahren musste er jedoch das Studium aus politischen Gründen vorzeitig abbrechen, und beschloss sich professionell mit Musik zu beschäftigen. Seit seiner Kindheit spielt er Saz. In der Türkei hat er mit den bekanntesten türkisch-kurdischen Musikern gearbeitet und die Grup Munzur gegründet. Mit dieser Gruppe hat er eigene Lieder komponiert und mehrere Kassetten und CDs aufgenommen. 1995 musste er aus der Türkei fliehen und ist nach Deutschland gekommen. 1999 hat er das Solo-Projekt „Agerayis“ in seiner Muttersprache Zazaki aufgenommen. Um die Musik auch im Konzert spielen zu können, suchte er nach Musikern mit Jazzerfahrung, um seine traditionelle Musik zu erweitern. 2000 wurde daraufhin mit Dieter Schmalzried und Michael Weil das Mikail Aslan Ensemble gegründet.

2001 begann er am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz ein Instrumentalpädagogik-Studium auf Gitarre und Saxophon, das er 2005 mit dem Examen abschließen konnte.

Cemil Koçgiri (Tembur, Cura, Erbane) wurde 1980 in Duisburg geboren; seine Familie kommt aus Koçgiri (Nordwest-Dersim). Er war u.a. Schüler von Mikail Aslan und gehört seit Anfang des Jahres 2002 fest zum Kern des Ensembles. Er beherrscht den 'Zauber der Tembur'. Zusätzlich beschäftigt er sich mit eigenen Musik-Projekten und hat im Jahr 2004 seine erste CD „Aşk-ı Pervaz“ veröffentlicht. 2005 wanderte er in den Bergen von Munzur um die letzten lebenden Derwische zu Filmen. Daraus enstand die VCD Sarraf. Im Jahr 2007 erschien seine zweite Solo-CD "Heya" - mystische Klänge der Qizilbaşen. Er produziert und arrangiert CDs mit bekannten Künstlern wie z.B. der kurdischen Sängerin Aynur (2010: "Hira"/Sonymusic, Istanbul).

Sehr breit gefächert ist das Aktionsfeld des perkussiven Ensemble-Mitglieds. Günter Bozem, Jahrgang 1965, spielte bereits als Schüler Schlagzeug und Percussion in Jazzbands. Der Berufsmusiker und Instrumentalpädagoge (u.a. derzeit am Peter Cornelius Konservatorium der Stadt Mainz tätig) hat öfter Engagements an Theatern und diversen Musicals so etwa am Schauspiel Frankfurt beim Musical "Hair" oder etwa bei der Inszenierung des "Shock -Headed Peter". Er ist Teilhaber und Mitbegründer des "Blue Noises"-Labels und hat auf zahlreichen CD-Produktionen alle möglichen Percussion- und Schlaginstrumente getrommelt und geschüttelt. Zusammengearbeitet hat er unter anderem mit: Emil Mangelsdorff, Vitold Rek, Clare Fischer, Phil Mattson, Gunter Hampel, Manolo Lohnes, Alfred Harth, Annemarie Roeloffs, Barbara Dennerlein, Manni von Bohr und Colin Dunwoodie.


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